Das DSFP–Komitee: Jan Kreyßig

| Ich weiß noch, dass ich als Teenager frühmorgens auf dem Schulweg im Gras lag und im
winterdunklen Himmel die Sterne bestaunte. Damals – 1984 – schrieb ich als 13–Jähriger das
einzige gute Gedicht meines Lebens mit dem Titel »Sternenkind«. Damals war ich zutiefst fasziniert von den Sci–Fi–Jugendbüchern von Mark Brandis (Bordbuch Delta VII etc.) und Rolf Ulrici (Raumschiff Monitor usw.). In der Bremerhavener Stadtbücherei stand »Andymon« von den Steinmüllers, das mich ebenfalls im Innersten berührte. Im Fernsehen liefen »Captain Future« und »Mondbasis Alpha 1«, für deren Folgen ich alles stehen und liegen ließ. Später begann ich, in die Welten u.a. von Frank Herbert, Stanislav Lem und Isaac Asimov einzutauchen. Die Foundation–Trilogie hat mich buchstäblich in den Kosmos katapultiert, und ich finde die aktuelle Apple–TV–Verfilmung in ihrer visuellen Pracht sehr anregend. Es folgten Lesephasen rund um Robert A. Heinlein, Poul Anderson und Ray Bradbury, und die frühen Perry–Rhodan–Silberbände führten vom Mond bis nach Andromeda. Natürlich begleiteten mich stets die Heyne–Jahresbände, und über mehrere Jahre ließ ich mich auch von Fantasy–Welten verzaubern (Wolfgang Hohlbein, die Goldmann–Reihe etc.) Mein Lebensweg führte mich dann nach einer Redakteursausbildung bei der »Nordsee–Zeitung« für ein Musik– und Theaterwissenschaftsstudium nach Köln und Berlin – und schließlich als Pressesprecher an die Weimarer Musikhochschule. Als ich mit meiner Familie vor mehr als 20 Jahren nach Weimar zog, war eine meiner ersten Aktionen das Basteln eines Flugblattes zur Gründung eines Science–Fiction–Stammtischs, den ich heimlich in der örtlichen Buchhandlung auslegte. Tatsächlich kam der Weimarer Stammtisch auch für eine Weile zustande, löste sich dann aber leider auf. Komischerweise kam ich erst letztes Jahr auf die Idee, nach einer überregionalen Vernetzung Ausschau zu halten, und bin nun (endlich) zufriedenes Mitglied des SFCD sowie auch neuerdings hoch motiviertes Komitee–Mitglied für den Deutschen Science–Fiction–Preis (DSFP). Bis auf Eschbach, Brandhorst, Jeschke und Co. hatte ich mich bislang wenig mit deutscher Sci–Fi beschäftigt – und schließe damit auch gleich eine Bildungslücke. In den letzten zehn Jahren lag mein Lesefokus verstärkt z.B. auf den Werken von Steven Baxter, Kim Stanley Robinson (die geniale Mars–Trilogie!) sowie allem, was von Cixin Liu in deutscher Sprache erschienen ist. Vor diesem Hintergrund bin ich in der DSFP–Tätigkeit bislang sehr angetan, von welch hoher Qualität die deutschsprachige Science–Fiction ist und bin froh, diese so kreativ generierten Kosmen endlich zu erkunden. Wichtig für meine Wertungen sind mir technische Plausibilität, innere Logik ohne Brüche, stilistische Sauberkeit, thematische Originalität, fantasievoller Weltenbau und vertiefte Charakterzeichnung. |
